Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Doppelverglasung“ und „Dreifachverglasung“ verwendet, um Isolierglaseinheiten mit zwei bzw. drei Glasscheiben zu beschreiben.
Aus technischer Sicht ist der Unterschied zwischen den beiden Lösungen jedoch nicht nur eine Frage der Anzahl der Glasscheiben, sondern vielmehr der messbaren energetischen Leistungsfähigkeit des gesamten Fenstersystems und des langfristigen Raumkomforts.
Eine Doppelverglasung besteht aus zwei Glasscheiben, die durch einen hermetisch abgeschlossenen Zwischenraum voneinander getrennt sind. Dieser ist mit Luft oder einem Edelgas wie Argon oder Krypton gefüllt.
Typischer Aufbau: 4–16–4 mm
Sie stellt für viele standardmäßige Wohnanwendungen eine geeignete und effiziente Lösung dar.
Eine Dreifachverglasung besteht aus drei Glasscheiben, wodurch zwei hermetisch abgeschlossene Zwischenräume entstehen, die mit einem Edelgas gefüllt sind.
Typischer Aufbau: 4–14–4–14–4 mm
Diese Konstruktion ermöglicht eine deutlich bessere Kontrolle des Wärmetransfers, wodurch sich die höhere Leistungsfähigkeit der Dreifachverglasung bei modernen Gebäuden erklärt.
Wärme wird durch eine Verglasung auf drei wesentlichen Wegen übertragen:
Ug beschreibt den Wärmeverlust durch die Verglasung und wird in W/m²K angegeben.
Richtwerte:
In der Praxis kann eine korrekt konfigurierte Dreifachverglasung die Wärmeverluste im Vergleich zu einer Standard-Doppelverglasung nahezu halbieren.
Dieser Unterschied ergibt sich aus:
Aus physikalischer Sicht sollten die Zwischenräume nicht möglichst groß, sondern optimal dimensioniert sein.
Für Argon liegt der optimale Bereich im Allgemeinen bei 12–16 mm:
Die Dreifachverglasung verteilt den thermischen Widerstand auf zwei optimal dimensionierte Zwischenräume und ist dadurch thermisch stabiler, insbesondere bei strengen Winterbedingungen oder großen Temperaturunterschieden.
Im praktischen Einsatz ist Uw, der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters, relevanter als der Ug-Wert allein.
Uw hängt ab von:
Eine Dreifachverglasung zeigt ihre Vorteile nur dann vollständig, wenn:
In einem korrekt konfigurierten System ermöglicht Dreifachverglasung Uw-Werte, die mit Doppelverglasung nicht erreicht werden können.
Dreifachverglasung ist schwerer:
Dies erfordert:
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, funktioniert die Dreifachverglasung stabil und dauerhaft.
Wenn sie nicht erfüllt sind, können einige ihrer Vorteile beeinträchtigt werden.
Dreifachverglasung garantiert nicht automatisch einen besseren Schallschutz.
Die akustische Leistungsfähigkeit hängt ab von:
Dreifachverglasung bietet jedoch größere Möglichkeiten zur akustischen Konfiguration, wodurch bei entsprechend geplanten Projekten höhere Schalldämmwerte erzielt werden können.
Dreifachverglasung wird insbesondere empfohlen für:
Unter diesen Bedingungen ist der Unterschied zur Doppelverglasung nicht mehr nur theoretisch, sondern macht sich beim Energieverbrauch und beim Raumkomfort tatsächlich bemerkbar.
Der Unterschied zwischen Doppel- und Dreifachverglasung ist keine Frage der Mode, sondern des angestrebten energetischen Leistungsniveaus.
Aus technischer Sicht wählt man nicht einfach die Anzahl der Glasscheiben, sondern das angestrebte Leistungsniveau des gesamten Fenstersystems.